Focus Stacking Special 1: Aufnahmetechnik für Fotoserien zur Erweiterung der Schärfentiefe

Focus Stacking Special 1: Aufnahmetechnik für Fotoserien zur Erweiterung der Schärfentiefe
Focus Stacking Special 1: Aufnahmetechnik für Fotoserien zur Erweiterung der Schärfentiefe - Raw FotoFocus Stacking Special 1: Aufnahmetechnik für Fotoserien zur Erweiterung der Schärfentiefe - Histogramm

  • Blende
  • Zeit
  • ISO
  • Brennweite
  • f / 8
  • 1 / 160 s
  • 100
  • 90 mm
  • [Canon EOS 5D]
  • [Tamron 90 Macro]
  • [Manfrotto 055XPROB]
  • [Fernauslöser Canon RS-80N3]

Bei Nahaufnahmen reduziert sich der Bereich der Schärfentiefe optisch bedingt auf nur wenige Millimeter. Doch durch eine spezielle Aufnahmetechnik und geeigneter Software lässt sich die Schärfentiefe in vielen Fällen beliebig erweitern. Dazu werden von einem Motiv mehrere Aufnahmen mit veränderter Schärfeeinstellung gemacht, die dann mit einer Stapel-Software zu einem Bild zusammengefügt werden. Und das Beste – eine Freeware-Lösung lieferte teilweise die besten Ergebnisse. Jedenfalls erweitert die Multifokus-Technik die Aufnahmemöglichkeiten nicht nur bei Nahaufnahmen und bietet zusätzlich Spielraum für kreative Foto-Experimente.

Übrigens, im Englischen heißt diese Aufnahmetechnik „Focus stacking“ oder „Deep Focus Fusion (DFF)“, die Mehrfach-Aufnahmetechnik generell nennt sich „Multishooting”.

Pro und Kontra Multifokus-Aufnahmetechnik

Pro

  • Man kann den idealen Blendenwert einstellen, bei dem das jeweilige Objektiv die beste Abbildungsqualität besitzt (meinst im Bereich f / 5,6 bis f / 8).
  • Durch die Einschränkung auf nur eine Teilmenge der Stapelaufnahmen lässt sich noch im Nachhinein der Schärfebereich nach Belieben eingrenzen.
  • Es können mehrere scharfe Ebenen mit unscharfen Bereichen dazwischen erzeugt werden. Der Kreativität sind durch gezielte Auswahl der einzelnen Fotos vor dem Stapelprozess keine Grenzen gesetzt.

Kontra – Einschränkungen bei Multifokus-Aufnahmen

  • Für die Reihenaufnahmen ist unbedingt ein Stativ notwendig. Wird keine Blitzanlage verwendet, empfiehlt sich auch die Verwendung der Spiegelvorauslösung, um mögliche Bewegungsunschärfen zu vermeiden.
  • Das Motiv sollte sich nicht bewegen, wodurch draußen in der Natur der Wind ein Problem sein kann. Zwar sind manche Softwarelösungen durchaus in der Lage, Bewegungsunschärfen automatisch zu korrigieren. Doch meist ist mühselige manuelle Retusche notwendig, um unerwünschte Fehler auf dem Foto zu beseitigen.
  • Anders als bei HDR-Reihenaufnahmen ändert sich durch das Verändern des Fokus optisch bedingt die Größe des abgebildeten Objekts. Dadurch entstehen mitunter unschöne „Geisterränder“ an kontrastreichen Kanten, die nur schwer zu retuschieren sind.
multifokus-foto-stapel-multishooting-mit-zwischenstufen-ergebnis-combinezp-620
multifokus-foto-stapel-multishooting-mit-zwischenstufen-ergebnis-combinezp-rawmultifokus-foto-stapel-multishooting-mit-zwischenstufen-ergebnis-combinezp-histogram

  • Blende
  • Zeit
  • ISO
  • Brennweite
  • f / 18
  • 1 / 160 s
  • 100
  • 90 mm
  • [Canon EOS 5D]
  • [Tamron 90 Macro]
  • [Manfrotto 055XPROB]
  • [Fernauslöser Canon RS-80N3]

Aufnahme-Technik

Für die Multifokus-Stapelaufnahmen benötigst du:

  • Kamera mit manuellem Fokus und manueller Belichtungseinstellung
  • Fernauslöser
  • 3-Bein Stativ
  • Bei Nahaufnahmen entsprechendes Makro-Objektiv, Nahfilter, Zwischenringe oder Balgenauszug

Motiv-Auswahl

Für die Aufnahmen sollten keine Bewegungen im Motiv stattfinden (Wind) und stabile Lichtverhältnisse vorherrschen. Das beste Ergebnis liefern Objekte vor einem einfärbigen Hintergrund.

Kamera-Einstellungen für die Multifokus-Aufnahmeserie

kamera-einstellungen-multifokus-aufnahme-serie-620-1-4
  1. Bildausschnitt: Fixiere deine Kamera am Stativ und stelle den gewünschten Bildausschnitt ein. Fokussiere dabei auf den nächsten Punkt, weil bei dieser Nahbereich-Einstellung das Motiv am größten dargestellt wird. Achte darauf, dass rund um das Motiv noch reichlich Freiraum bleibt. Bei der Überlagerung der Bilder kann es speziell in den Randbereichen zu Bildfehlern kommen.
  2. Bildformat: Wähle „RAW“ für das Aufnahmeformat deiner Kamera. Dadurch kannst du auch nach den Aufnahmen noch Belichtungsfehler korrigieren und alle Bilder synchronisieren. Sollte dies nicht möglich sein, wähle das TIF-Format und stelle den Weißabgleich weg von „Automatisch“ auf einen fixen Wert (je nach Licht auf Blitz oder Tageslicht).
  3. Belichtung: Ermittle die notwendigen Belichtungseinstellungen entweder über den eingebauten Belichtungsmesser oder durch Testaufnahmen. Dann stellst du die Werte im manuellen Belichtungsmodus auf deiner Kamera ein. Dadurch werden Helligkeitsunterschiede bei einzelnen Fotos deiner Aufnahmeserie verhindert.
  4. Spiegelvorauslösung: Falls du bei Tageslicht fotografierst und längere Belichtungszeiten als 1/30s benötigst, empfehle ich, zusätzlich die Spiegelvorauslösung zu aktivieren.
  5. Bildstabilisierung: Unbedingt abschalten, schließlich befindet sich die Kamera ohnedies auf dem Stativ. In Zusammenhang mit Blitzlicht kann der Bildstabilisator sogar das Ergebnis verschlechtern.
  6. Fokussierung: Schalte den Autofokus ab und stelle manuell auf den nächsten Punkt scharf.
  7. Jetzt kannst du deine Aufnahmeserie beginnen. Vor jedem Foto bewegst du manuell den Fokus-Einstellring ein kleines Stück Richtung „unendlich“. Solltest du allerdings mit einem Balgenschlitten arbeiten, verkürzt du jedes Mal die Länge des Balgenauszugs.
  8. Falls noch Zeit bleibt, solltest du zusätzliche Serien mit verändertem Blickwinkel erstellen. Leichte Veränderungen können später bei den Software-Verarbeitungen zu besseren Ergebnissen führen.
kamera-einstellungen-multifokus-aufnahme-serie-620-5-7

Tipp: Ideal zur Kontrolle der jeweiligen Schärfebereiche ist ein angeschlossener Laptop, der über „Tethering“ mit der Kamera verbunden ist. So kannst du bei jeder Aufnahme optimal kontrollieren, ob sich die Schärfetiefenbereiche genügend weit überlappen. Zur Sicherheit solltest du jedenfalls die Fokus-Einstellung zwischen den Aufnahmen nur wenig ändern. Bei der Verarbeitung kannst du überflüssige Aufnahmen noch immer entfernen, fehlende Schärfebereiche wirken sich hingegen negativ auf das Endergebnis aus.

Im nächsten Teil meines Multifokus-Specials stelle ich verschiedene Software-Lösungen für die Montage der Aufnahme-Serien vor.

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Wie fotografiert man: Silvester-Feuerwerke

Silvester Feuerwerk Fotografieren
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  • Blende
  • Zeit
  • ISO
  • Brennweite
  • f / 16
  • 20 s
  • 100
  • 100 mm
  • [Canon EOS 5D]
  • [Sigma 100-300]
  • [Manfrotto 055XPROB]
  • [Fernauslöser Canon RS-80N3]

Feuerwerke sind dankbare Fotomotive, die je nach Aufnahmetechnik Momente festhalten, welche mit freiem Auge so nicht erfasst werden können. Speziell bei Langzeitbelichtungen zaubern die Leuchtspuren großartige abstrakte Gebilde in den nächtlichen Himmel, die für faszinierende Fotos mit fröhlicher Stimmung sorgen.

Die bunten Blitze tauchen Stadtpanoramen, Gebäude und Parks in ein außergewöhnliches Licht, das eine Aufnahme zusätzlich bereichern kann. Und weil zu Silvester unzählige Feuerwerkskörper an vielen Plätzen abgeschossen werden, kann man unter zahlreichen Standpunkten wählen, um eine geeignete Kulisse für Fotos mit Feuerwerken zu finden. Somit ist der Jahreswechsel eine ideale Gelegenheit, mit guter Vorbereitung und etwas Glück begeisternde Aufnahmen mit Feuerwerken in ihrer vollen Pracht zu erhalten.

Silvester Feuerwerk Fotografieren
silvester-feuerwerk-new-years-eve-fireworks-photo-foto1-rawsilvester-feuerwerk-new-years-eve-fireworks-photo-foto1-histogram

  • Blende
  • Zeit
  • ISO
  • Brennweite
  • f / 16
  • 20 s
  • 100
  • 100 mm
  • [Canon EOS 5D]
  • [Sigma 100-300]
  • [Manfrotto 055XPROB]
  • [Fernauslöser Canon RS-80N3]

Foto-Ausrüstung

  • Kamera mit langen Verschlusszeiten (mindestens 10 Sekunden) oder „Bulb“.
  • Objektiv: Brennweite je nach Entfernung zu den Feuerwerken von Weitwinkel bis Telebereich. Jedenfalls sollte ein großer Teil des Nachthimmels erfasst werden.
  • Dreibein-Stativ (eine Übersicht bei Amazonstat)
  • Kabel- oder Funkauslöser
  • Taschenlampe
  • Warme Kleidung

Aufnahme-Standort

  • Freie Sicht in den Himmel.
  • Keine Beleuchtungskörper in unmittelbarer Nähe.
  • Menschenansammlungen können störend sein, lassen sich aber bei einem erhöhten Standort gut ins Foto einbinden.

Deinen Aufnahme-Standort solltest du schon Tage vor Silvester gefunden haben, ein paar Nacht-Probeschüsse ermöglichen eine gute Beurteilung der Location. Bedenke allerdings, dass an guten Aussichtsplätzen zu Silvester viele Hobby-Feuerwerker auftauchen können, die dann deine Aufnahmen stören können.

Eine Viertelstunde vor Mitternacht solltest du schon auf deinem Standort sein und nochmals einige Probeschüsse am Kamera-Display begutachten. Dies dient in erster Linie zur optimalen Belichtungseinstellung. Gut belichtet sollten die Fotos auch die Landschaft und Häuser zeigen – Feuerwerke am schwarzen Nachthimmel schafft jeder. Erst durch die Einbeziehung von Häusern, Bäumen, Brücken wird die enorme Größe von Feuerwerken wirkungsvoll dargestellt.

Das i-Tüpfelchen bilden dann Reflexionen der Feuerwerke an Glasfronten, nassen Straßen und natürlich an jeder Art von Gewässern. Dazu positioniert man die Kamera möglichst tief, um den Raumeindruck zu verstärken.

Silvester Feuerwerk fotografieren
silvester-feuerwerk-new-years-eve-fireworks-photo-foto2-rawsilvester-feuerwerk-new-years-eve-fireworks-photo-foto2-histogramm

  • Blende
  • Zeit
  • ISO
  • Brennweite
  • f / 13
  • 6 s
  • 100
  • 100 mm
  • [Canon EOS 5D]
  • [Sigma 100-300]
  • [Manfrotto 055XPROB]
  • [Fernauslöser Canon RS-80N3]

Kamera-Einstellungen

  • Blende: Speziell bei Großfeuerwerken ist eine kleine Blende von f/11 bis f/22 empfehlenswert, weil sonst die hellen Feuerwerk-Blitze überbelichtet werden und so ihre Farben verblassen. Die Blende entscheidet, wie hell das Feuerwerk am Foto erscheint.
  • Verschlusszeit: Entscheidend, wie hell beleuchtete Gebäude abgebildet werden. Sie lässt sich schon gut mit Probeaufnahmen vor den ersten Feuerwerken ermitteln.
  • ISO-Wert: So klein wie möglich (meist 100), weil bei höheren Empfindlichkeiten in den dunklen Bereichen des Himmels schnell ein Rauschen sichtbar werden kann.
  • Autofokus ausschalten und bei nahen Objekten ein Weitwinkelobjektiv mit kleiner Blende verwenden. Die Feuerwerke benötigen meist den Fokus auf „Unendlich“.
  • Auf den Weißabgleich kann man getrost verzichten, er wird nie exakt zu bestimmen sein. Nur im RAW-Format aufgenommene Fotos lassen sich manuell bei der Entwicklung entsprechend dem eigenen Geschmack korrigieren.
  • Bildstabilisator ausschalten, er kann durch die schnellen Raketen irritiert werden. Generell funktionieren manche Systeme zum Schutz vor Verwacklungen bei der Verwendung eines Stativs nicht richtig.

Tipps

  • Lange Belichtungszeiten benötigen viel Akkuleistung. Daher auf geladene Akkus achten und bei Kälte möglichst lange getrennt am Körper tragen – Akkus verlieren bei Minusgraden schnell ihre Leistung.
  • In der Dunkelheit wirkt das Kamera-Display sehr hell, daher hält man unterbelichtete Fotos für ausreichend belichtet. Zur Sicherheit checkst du am besten zusätzlich das Histogramm.

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Blitzauslösung de Luxe – mit Funk

Funk-Blitzauslösung
Elinchrom EL Skyport Funkauslöser für Blitzgeräte

Die drahtlose Blitz-Auslösung mit Funk hat sich in den meisten professionellen Fotostudios durchgesetzt und ist mittlerweile auch für den Hobby-Fotografen zu halbwegs erschwinglichen Preisen erhältlich.

Funk-Blitzauslöser gibt es bereits ab EUR 40,-, erst zusätzliche Komfort-Extras treiben den Preis in die Höhe. So erlaubt der „Elinchrom EL Skyport“ Funkauslöser (siehe Foto) bei den hauseigenen „Elinchrom“-Studioblitzen die Einstellung der Blitzstärke bequem vom Kamera-Sender aus. Steuern lassen sich bis zu vier Kanäle getrennt oder gemeinsam, eine zusätzliche USB-Erweiterung erlaubt die Fernsteuerung der kompletten Blitzanlage über PC oder Laptop. Die Fernsteuerung der Blitzstärke entpuppt sich speziell bei hoch positionierten Blitzköpfen als unschätzbare Hilfe, bei Decken-Montage ist sie fast unverzichtbar. Einziger Nachteil: Die Funk-Auslöser benötigen aufgeladene Batterien, die natürlich immer zum unpassendsten Zeitpunkt leer werden. Ein zusätzlicher Akkusatz ist daher empfehlenswert.

blitz-ausloesung-de-luxe-funk-empfaenger-300
Elinchrom Funkempfänger für Fremdblitze mit Kabelanschluß

Von Elinchrom sind auch Empfangseinheiten für Fremdblitze erhältlich, wobei dann natürlich keine Leuchtstärke-Steuerung möglich ist. Auch diese einfache Blitz-Auslösung per Funk erleichtert die Fotoarbeiten wesentlich und ermöglichen rasche Standortwechsel von Kamera und Blitzgerät ohne störende Kabel. Und im Gegensatz zu Licht-Sensor Auslösern funktionieren Funksysteme auch im Freien unter hellem Sonnenlicht einwandfrei.

Plant man das Fotografieren mit Blitz in neuen, noch unbekannten Locations, empfiehlt sich trotzdem eine zusätzliche Ausrüstung mit Blitzkabeln. So passierte es mir in einem Geschäftslokal, dass wahrscheinlich wegen Störungen durch Industriefunk keine ferngesteuerte Auslösung der Blitzgeräte möglich war. Da selbst durch eine Änderung der Funkfrequenz die Blitze nicht ausgelöst wurden, half nur der alte „Kabelweg“.

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Blitz völlig losgelöst – mit Servo-Blitzauslöser

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Den Blitz ferngesteuert zünden – ohne Kabelsalat und ab nur 10 Euro

Ein Servo Blitzauslöser reagiert durch seine eingebaute Fotozelle auf einen ausgelösten Hauptblitz und zündet ohne Zeitverzögerung den aufgesetzten Zweitblitz. Ideal ist diese Methode bei allen Kameras, die weder einen Blitzschuh noch einen Blitzkabelanschluss („Synchronbuchse“) besitzen.

Leider ist diese Art von Blitzauslösung nicht für alle Anwendungsfälle geeignet. Abhängig von der eigenen Kamera, von der gewünschten Blitz-Anordnung und vom Aufnahmeort sind eventuell einige Schwierigkeiten zu bewältigen.

Nicht jeder Servo-Blitzauslöser funktioniert mit jeder Kamera

Für manche Kamerasysteme (so auch bei meiner Canon 5D) sind speziell abgestimmte Servo-Blitzauslöser mit einer „Vorblitz-Unterdrückung“ notwendig. Universelle Typen reagieren auf den ersten Blitz einer Kamera, der nicht immer für die tatsächliche Aufhellung des Fotos sorgt. Bei manchen Systemen werden über „Vorblitze“ TTL-Belichtungsmessungen durchgeführt und/oder rote Augen verhindert. Wird dann der tatsächliche „Foto-Blitz“ gezündet, hat der Zweitblitz schon längst (wenn auch nur Sekundenbruchteile vorher) sein Pulver verschossen und ist gerade beim Nachladen seines Zünd-Kondensators.

Ist für die eigene Kamera kein spezieller Servo-Blitzauslöser erhältlich, kann in manchen Fällen die Abschaltung aller Automatik-Funktionen des Kamera-Blitzes sowie der „Rote-Augen-Reduktion“ bewirken, dass kein Vorblitz gezündet wird und dadurch der Zweitblitz zum richtigen Zeitpunkt ausgelöst wird.

Schlechtes Ansprechen des Servo-Lichtsensors vor allem im Freien bei hellem Tageslicht.

Mitunter muss der Sensor sehr genau auf „seinen Auslöse-Blitz“ ausgerichtet werden. Will man im Freien bei starkem Sonnenschein eine Gegenlicht-Aufnahme ferngesteuert auslösen, verweigert der Servo Blitzauslöser oft seine Funktion, weil der Helligkeitsunterschied zwischen Tageslicht und Auslöser-Blitzlicht zu gering ist und dadurch der Lichtsensor des Servo-Blitzauslösers nicht anspricht.

Wer mit diesen Einschränkungen fotografieren kann, wird sich über die Vorteile des Servo-Blitzauslösers freuen: Billig, keine Kabel und keine Batterien, die leer sein könnten.

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Blitz völlig losgelöst – mit Blitzkabel

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Der erste Schritt zur kreativen Blitzlicht-Fotografie ist die technische Möglichkeit, ein oder mehrere Blitzgeräte unabhängig von der Kamera rund um das Aufnahme-Objekt zu platzieren. Will man „Herr des Lichtes“ werden, kann man getrost die Blitzlicht-Automatik abschalten. Dank des Kamera-Displays lassen sich notwendige Korrekturen sofort erkennen. Somit sind die teuren Blitz-Synchronisations-Kabel zur Übertragung aller Automatikfunktionen nicht notwendig. Die Lösung mit einem einfachen Blitzkabel reicht vollkommen.

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Je nach Kamera und Blitzgerät benötigt man nur die relativ preiswerten Blitzadapter. Verfügt die Kamera über einen Blitz-Synchronisations-Anschluss, lässt sich dort ein bis zu 20 Meter langes Blitzkabel anstecken. Leider verfügen die meisten Spiegelreflexkameras nur über einen Blitzschuh, durch die entsprechenden Adapter schafft man jedoch preiswert ein bis drei Blitzkabel-Anschlüsse. Fehlt nur noch ein weiterer Adapter für das Blitzgerät, denn die neueren Modelle haben nur in den seltensten Fällen einen entsprechenden Anschluss. Die Blitzgerät-Adapter verfügen dafür über ein Stativ-Gewinde, welches die stabile Positionierung des Blitzes mit einem Stativ ermöglicht. Nun noch ein möglichst langes Blitzkabel gekauft und schon hat man die Ausrüstung für sein erstes eigenes Fotostudio.

bilitz-voellig-losgeloest-blitzkabel-manuelle.einstellung-zweitblitz-620

Dass man bei dieser Blitz-Lösung die angeschlossenen Blitzgeräte nur im manuellen Modus verwenden kann, muss kein Nachteil sein. Schließlich gelingen viele interessante Foto-Stimmungen erst durch die gezielte Steuerung der Blitzstärke. Im Automatik-Betrieb reicht manches Mal ein minimales Verschwenken der Kamera, um die Stärke des Zweitblitzes unabsichtlich zu verändern.

Die Investitionen für eine Kabel-Blitzauslösung belasten kaum den Geldbeutel und sind auch bei einer späteren Aufrüstung seines eigenen Fotostudios eine willkommene Bereicherung der verfügbaren Lichtquellen. Und schließlich bieten Kamera-Blitzgeräte den großen Vorteil, dass man sie dank Akku-Stromversorgung auch im Freien ohne Stromanschluss verwenden kann.

So entstand auch das untere Foto mit einem über ein Blitzkabel verbundenen externen Blitz, um die Wassertropfen „einzufrieren“:

blitz-voellig-losgeloest-aufhellen-zweitblitz-kabelausloesung-620

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