Focus Stacking Special 4: Freeware CombineZP für Aufnahmeserien zur Erweiterung der Schärfentiefe

CombineZP

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Das frei erhältliche Programm „CombineZP“ war für mich die große Überraschung beim Test von Software zur Generierung von Bildern aus Focus Stacking Aufnahmeserien. In manchen Fällen lieferte es das beste Ergebnis, wobei man unter verschiedenen Berechnungsmethoden auswählen kann – das alles zum Nulltarif.

Auch wenn die letzte Version aus dem Jahre 2010 stammt und die Bedienung etwas altbacken wirkt – bei den Ergebnissen und auch bei der Verarbeitungsgeschwindigkeit liegt CombineZP im Spitzenfeld. Wobei es für Tüftler die zusätzliche Möglichkeit gibt, eigene Programmierungen für den Verarbeitungsablauf zu erstellen und im Programm als Macro-Script zu speichern.

Arbeitsablauf CombineZP

Die Erstellung eines Multifokus-Bildes aus einer Aufnahmeserie ist mit CombineZP einfach zu bewerkstelligen:

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  1. Unter NEW werden die benötigten Fotos ausgewählt.
  2. Nun die gewünschte Berechnungsmethode auswählen, wobei die Option All Methods alle Ergebnisse der einzelnen Erstellungsarten getrennt als JPG-Bilder im selben Ordner wie die Quell-Dateien in einem neuen Unterordner output abspeichert.
  3. Mit einem Klick auf GO starten die Berechnungsvorgänge.

Als Bildquellen erlaubt CombineZP die gängigen Formate (allerdings keine RAW-Dateien), wobei ich aus Qualitätsgründen immer TIF-Fotos verwendete. Dazu habe ich zuerst meine RAW-Dateien einer Aufnahmeserie synchron entwickelt und als TIF gespeichert.

Bild-Ergebnisse von CombineZP

Ähnlich wie Photoshop und Helicon Focus Pro hat auch CombineZP Schwierigkeiten mit der richtigen Kantentrennung bei starken Kontrasten. Bei der Berechnung meiner Testserie mit dem Motiv „Lineal und kleine Figuren“ (Titelfoto im Beitrag: Mit Photoshop Focus-Stacking Aufnahmeserien zusammenfügen) lieferte CombineZP allerdings das beste Ergebnis. Aber wie meine zahlreichen anderen Testserien zeigten, hat sich kein Programm als Universaltalent herausgestellt. Die Ergebnisse variierten je nach Motiv, aber Fehlberechnungen in kleinen Bildteilen passierten bei jeder getesteten Software. Manuelles Retuschieren ist also bei komplexen Aufnahmen mit sich überlagernden Motiven immer notwendig.

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CombineZP Download und Info

Website CombineZP mit Downloadlink:
hadleyweb.pwp.blueyonder.co.uk/CZP/News.htm

Hilfe-Datei für CombineZP in Deutsch:
http:\\hadleyweb.pwp.blueyonder.co.uk\German_CZPHelp.zip
(Die Datei downloaden, entpacken und einfach in das Installationsverzeichnis von CombineZP verschieben. Dabei wird die englische Hilfe-Datei überschrieben.)

Yahoo Group CombineZP:
tech.groups.yahoo.com/group/combinez

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Focus Stacking Special 3: Helicon Focus Pro für Aufnahmeserien zur Erweiterung der Schärfentiefe

Helicon Focus Pro

Focus Stacking Screenshot: Helicon Focus Pro - Verarbeitung einer Aufnahmeserie mit veränderten Fokus-Einstellungen zur Erweiterung der Schärfentiefe

Bei vielen professionellen Fotografen gilt Helicon Focus Pro als das derzeit beste Tool für die Verarbeitung von „Focus Stacking“ Aufnahmeserien. Das Programm ist einfach zu bedienen und bietet drei verschiedene Berechnungsmethoden zur Überblendung der Teilfotos. Zusätzlich können die Parameter für Radius und Glättung verändert werden, wobei bei feinen Details der Radius kleiner gestellt werden soll. Bilden sich Artefakte bei den Übergangsbereichen, können diese durch eine Erhöhung des Wertes für Glätten behoben werden.

Mit EUR 140,- für eine unbeschränkte Lizenz ist Helicon Focus Pro nicht gerade ein Schnäppchen, bietet allerdings verglichen mit Konkurrenzprodukten zwei besondere Ausstattungsmerkmale:

1. Retusche in Helicon Focus Pro:

Focus Stacking Screenshot: Helicon Focus Pro - Retusche des Ergebnisses einer Aufnahmeserie mit veränderten Fokus-Einstellungen zur Erweiterung der Schärfentiefe

In Helicon Focus Pro lassen sich Details aus den einzelnen Teilbildern mit dem Retusche-Werkzeug Ursprung kopieren wieder sichtbar machen. Dadurch können kleine Berechnungsfehler rasch und effizient behoben werden, weil vor allem die Auswahl der zur Korrektur notwendigen Teilbilder sehr gut gelöst wurde. Zusätzlich ist mit Klonen auch eine brauchbare Version des klassischen Kopierstempel-Werkzeugs verfügbar.

2. Zusatzmodul Helicon Remote

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Bei Helicon Focus Pro ist die tolle Tethering-Software Helicon Remote inkludiert. Wenn deine Kamera mit der Software kompatibel ist (leider nur Canon und Nikon DSLR-Kameras mit „Live-View“. Komplette Liste unter heliconsoft.com/heliconsoft-products/helicon-remote/ ), lassen sich mit diesem Programm automatisch alle notwendigen Teilfotos einer „Focus Stacking“ Aufnahmeserie erstellen, wobei der Fokus ohne manuelles Zutun bei jeder Aufnahme programmgesteuert verändert wird. Das funktionierte bei unserer Canon 450D sogar mit Spiegelvorauslösung. Dazu muss dieses Feature allerdings vor der Verbindung mit dem PC aktiviert werden. Die benötigten Aufnahmen können automatisch vom Programm berechnet werden. Zusätzlich lässt sich eine Aufnahmeserie auch mit unterschiedlich belichteten Teilaufnahmen für eine HDR-Berechnung ergänzen.

Bild-Ergebnisse von Helicon Focus Pro

Wie schon bei Photoshop waren die berechneten Bilder nicht immer fehlerfrei, immerhin waren die Ergebnisse von Helicon Focus Pro fast immer besser als bei Photoshop. Bei Fehlern kann vor allem eine Änderung der einstellbaren Berechnungsarten Methode A (g. Durchschnitt), Methode B (Tiefenkarte) oder Methode C (Pyramide) zu Verbesserungen führen, die zusätzlichen Parameter helfen manches Mal bei der Feineinstellung.

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Bestes Bildergebnis von Helicon Focus Pro – aber noch nicht retuschiert

Möchte man als Quelle RAW-Bilder verwenden, die schon vorher in einem anderen Programm entwickelt wurden, empfiehlt sich eine Umwandlung ins DNG-Format von Adobe. Zusätzlich muss die Verwendung dieses Konverters in Helicon Focus Pro aktiviert werden. RAW-Entwicklungen von anderer Software werden leider nicht immer richtig erkannt.

Das Remote-Modul von Helicon Soft bietet eine wesentliche Erleichterung bei der Erstellung von „Focus Stacking“ Aufnahmeserien. Wobei auch Schrittmotor-Antriebe für Makroschlitten angesteuert werden können. Hier sind vielleicht auch noch Verbesserungen zu erwarten: Ideal wäre eine entsprechende Steuerung, die sowohl Makroschlitten-Antrieb als auch Fokus-Einstellung so ansteuert, dass bei den einzelnen Teilbildern keine Veränderung der Motivgröße am Fotosensor eintritt. Dann wären wahrscheinlich die Bildergebnisse gänzlich fehlerfrei.

Helicon Focus Pro ist in einer 30-tägigen Testversion erhältlich, dabei werden lediglich die Bildgrößen auf die Hälfte reduziert.

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Focus Stacking Special 2: Mit Photoshop Focus-Stacking Aufnahmeserien zusammenfügen

Mit „Focus Stacking“ lässt sich der Bereich der Schärfentiefe bei statischen Motiven beliebig erweitern. Nach den Tipps zur Aufnahmetechnik für solche Fotoserien im ersten Teil meines Focus Stacking Specials kommt jetzt Photoshop für das Zusammenfügen der Einzelbilder zum Einsatz.

Multifokus-Aufnahmeserien in Photoshop

Seit CS4 beherrscht Photoshop das „Focus Stacking“ und schlägt sich gar nicht schlecht. Und für Photoshop Freaks ist auch eine nachträgliche Korrektur des Ergebnisses eine bekannte Prozedur, weil alle Bilder als Ebenen mit bearbeitbaren Masken übereinander liegen. Bei einer großen Zahl von Fotos wird allerdings die Retusche zur Sisyphusarbeit, weil es dann sehr schwierig wird, die jeweils wirksame Ebene zu finden.

Die Erstellung ist relativ einfach, werden viele Bilder geladen, dauerte allerdings die Bearbeitung bei Photoshop CS 5 noch sehr lange. In der Version CS6 laufen beide Arbeitsschritte (Ausrichten und Überblenden) spürbar schneller.

Focus Stacking Special 2 Photoshop Aufnahmeserien zusammenfügen - die einzelnen Fotos mit verschiedenem Schärfentiefe-Bereich

Tipp:

Bevor du mit der Überlagerung in Photoshop beginnst, ist eine Synchronisation der einzelnen „RAW“ – Fotos zu empfehlen. Lade deine Bilderserie in Adobe Bridge und öffne ein beliebiges Musterfoto der Bildserie mit Camera Raw (Rechte Maustaste auf eine Miniaturansicht: In Camera Raw öffnen). Jetzt kannst du die Entwicklungseinstellungen optimieren. Beende das eine Bild mit Fertig.

Nun öffnest du alle Fotos in Bridge mit Camera Raw. Dort klickst du auf Alles auswählen und anschließend Synchronisieren…. So werden deine Einstellungen auf alle Einzelfotos deiner Bildserie angewendet.

3 Schritte zur ersten Erstellung eines Multifokus-Bildes in Photoshop

1 Bilder aus Bridge in Photoshop als Ebenen laden

Um die Berechnung zu starten, müssen zuerst alle Fotos der Aufnahmeserie in Photoshop als einzelne Ebenen geladen werden. Hier hilft Bridge, wo man die gewünschten Fotos markiert und dann über Werkzeuge > Photoshop > Dateien in Photoshop Ebenen laden… diesen Schritt automatisch erledigen lassen kann.

Focus Stacking Special 2 Photoshop Aufnahmeserien zusammenfügen - einzelne Fotos als Ebenen in Photoshop laden

2 Fotos automatisch ausrichten

Nun müssen alle Fotos deckungsgleich ausgerichtet werden. Dazu in Photoshop alle (Einzelfoto-)Ebenen markieren und in der Menüleiste oben auf Bearbeiten > Ebenen automatisch ausrichten… klicken.

Focus Stacking Special 2 Photoshop Aufnahmeserien zusammenfügen - Ebenen in Photoshop automatisch ausrichten

Im folgenden Dialog-Fenster „Ebenen automatisch ausrichten“ wählst du den meist standardmäßig aktivierten Button Auto.

Focus Stacking Special 2 Photoshop Aufnahmeserien zusammenfügen - Ebenen in Photoshop automatisch ausrichten - Wählen Auto für Projektion

3 Ebenen automatisch überblenden

Der finale Schritt erfolgt nun über Bearbeiten > Ebenen automatisch überblenden….

Focus Stacking Special 2 Photoshop Aufnahmeserien zusammenfügen - Ebenen in Photoshop automatisch überblenden

Im folgenden Dialogfenster „Ebenen automatisch überblenden“ wählst du Bilder stapeln und Nahtlose Töne und Farben.

Focus Stacking Special 2 Photoshop Aufnahmeserien zusammenfügen - Ebenen in Photoshop automatisch überblenden - Bilder stapeln mit Nahtlose Töne und Farben

Nach einiger Bearbeitungszeit präsentiert dir nun Photoshop das berechnete Bild mit dem erweiterten Schärfentiefe-Bereich. Jetzt kannst du versuchen, eventuelle Bildfehler durch die Bearbeitung der einzelnen Ebenen-Masken zu korrigieren. Aber wie bereits erwähnt, können diese Retuschen bei vielen Einzelebenen zur Sisyphusarbeit ausarten. FERTIG!

Ergebnis Focus Stacking mit Photoshop CS6

Focus Stacking Special 2 Photoshop Aufnahmeserien zusammenfügen - Ergebnis

Die Ergebnisse sind meist halbwegs fehlerfrei, wobei speziell die äußeren Bildränder leider manches Mal nicht zu gebrauchen sind. Darum nochmals mein Tipp aus Teil 1: Bei den Aufnahmen lieber etwas mehr Freiraum um das Motiv lassen, der dann später weggeschnitten wird.

Bei meiner Bildserie leisteten sich fast alle Software-Lösungen fehlerhafte Überblendungen, da darf natürlich auch Photoshop nicht fehlen:

Focus Stacking Special 2 Photoshop Aufnahmeserien zusammenfügen - Ergebnis Detail mit Fehler

Adobe Photoshop CC ist in einer 30-tägigen Testversion erhältlich, dabei wird lediglich die kostenlose Erstellung einer Adobe-ID benötigt. Bei der Software gibt es während der Testphase keine Beschränkungen. Download-Link

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